Vielbeachtetes Praxisbeispiel

E-mobiler Ergänzungsverkehr

Beim “1. Tag der Zukunftsmobilität“ in Trossingen berichteten Praktiker von Ihren Erfahrungen und ihren Initiativen rund um die Elektromobilität. Ob Tesla-Taxi oder Fahrschule mit Elektrofahrzeug, ob elektrischer Linienbus in ländlicher Region oder kommunale Initiative zur Verbesserung der Luftqualität im Kurort – alle Vertreter, die sich bei der Initiative Zukunftsmobilität in Trossingen eingefunden hatten, konnten von Ihren praktischen Erfahrungen berichten und gaben so weiter Denkanstöße und regten um Nachmachen an!

In der Gesprächsrunde zum Thema öffentlicher Nahverkehr und Einsatz elektronisch angetriebener Busse konnte Bernhard Schultes (Netzwerk Oberschwaben GmbH, rechts im Bild) dem Interessierten Publikum die Eckpunkte der inzwischen praxiserprobten Ansätze aus dem Bodenseekreis vorstellen:

In den drei Pilotgemeinden Eriskirch, Deggenhausertal sowie Meckenbeuren werden seit nunmehr zwei Jahren Elektroautos bzw. elektrische angetriebene Kleinbusse als Ergänzung und Verdichtung des bestehenden öffentlichen Nahverkehrsangebots eingesetzt. Die Elektrofahrzeuge werden dabei im „Rufbus-System“ bedarfsgesteuert eingesetzt und fahren somit nur die Haltestellen an, an denen auch Fahrgäste warten oder abgesetzt werden wollen. Damit ist es heute schon möglich, trotz eingeschränkter Reichweite CO2-freie Mobilität gerade in ländlichen Regionen anzubieten. Die Fahrzeuge sind vollständig im Linienplan des Nahverkehrsverbunds bodo integriert. Fahraufträge müssen spätestens 60 Minuten vor Antritt der Fahrt telefonisch oder per Internet/App aufgegeben werden. Die Fahrer erhalten die optimierte Fahrtroute auf Ihr Terminal (Smartphone) im Fahrzeug. Somit werden auch Leerfahrten vermieden, was gerade bei geringer Fahrgastfrequenz in ländlichen Mobilitätsangeboten oft zum kritischen Faktor wird, was Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz angeht.

Während in Eriskirch und Deggenhausertal „professionelle“ Busfahrer der örtlichen Busunternehmen die emma Fahrzeuge steuern, erledigen dies in Meckenbeuren ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer des dortigen Bürgerbusvereins. Unter dem Moto „Bürger fahren für Bürger“ leistet der Verein einen wertvollen Beitrag zum Erhalb der Mobilität ihrer Mitbürger und belegt mit dem zukunftsweisenden Ansatz auch die Praxisfähigkeit elektrische Fahrzeuge im Alltagseinsatz.

Die Fahrgastzahlen in Meckenbeuren sind seit der Umstellung auf einen Flächenbetrieb nochmals deutlich gestiegen. Durch eine deutliche Erhöhung der Haltstellen-Anzahl im Gemeindegebiet und eine Weiterentwicklung der eingesetzten Dispositionssoftware können Fahrgäste des Bürgerbus Meckenbeuren neuerdings ohne Fahrplanbindung und doch mit Beförderungsgarantie und zum normalen bodo Tarif ihre persönlichen Mobilitätsbedürfnis erfüllen.

Die Einbindung elektrischen Fahrzeug ein den ÖPNV war Kernthema de vom Bundesverkehrsministeriums seit November 2012 geförderten Forschungsprojektes „emma – elekromobil mit anschluss“ im Bodenseekreis, an dem sich die Gemeinden und Städte des Bodenseekreises beteiltigen.

 

Weitere Infos zu emma – e-mobil mit anschluss
Weiter Infos zum 1. Tag der Zukunftsmobilität in Trossingen

 

Zurück